Gedichte, Kurzgeschichten, Märchen, Sprüche

Wir fuhren entlang der Straße. Ich weiß es noch wie Heute. Meine Mutter, und ich. Es war ein altersschwaches Fahrzeug, meine Mutter war so jung. Sie fuhr sehr gut. Konzentriert, zwar schnell, für meine damals kindlichen Begriffe, und ich höre es noch wie heute, sie sang. Sie sang laut mit, während das Auto fuhr.


Ich war glücklich. Ein glückliches Mädchen. Ein kleines Kind, dass mit ihrer Mutter diese Straße entlang fuhr. Ich hörte meiner Mutter zu, während sie sang.


Wir fuhren und fuhren, und die Straße nahm einfach kein Ende. Schien es mir. Weiter durch Wälder, und entlang an Maisfeldern, die in der Sonne glitzerten, fuhren wir die Straße entlang. Dann fing es zu regnen an.


Meine Mutter fuhr rechts an die Seite der Straße, wir hielten an einem Maisfeld. Lachend, laut mitsingend und frech, lachte sie und wir „klauten“ uns aus dem Feld Maiskolben. Wir liebten gekochten Maiskolben. Liebten ihn sehr.


Mutig, frech und übermütig, lachten wir, und liefen schnell, schnell, schnell zu dem Auto.


Wir fuhren mit dem Auto, als sich vor uns plötzlich ein Riesen großer Regenbogen auftat.


Was glaubt ihr? Natürlich liefen wir hinauf auf den Regenbogen, lachten. Meine Mutter, und ich, ihr kleines Mädchen. Wir lachten, und lachten, so sehr, dass uns Tränen in den Augen standen. Wir tauchten ein in die Farben des Regenbogens.


Dann klauten wir uns ein Gelb, ein helles Gelb aus dem Regenbogen, und fingen an, Wolken zu bemalen.


Wir tanzten, wir sangen, wir bemalten Wolken, und dann wachte ich – kleines Mädchen, aus meinem wunderbaren Traum auf.


Lächelnd, in meine Gedanken an diesen Traum versunken, öffnete ich meine altersschwachen Augen, sah hinaus in den Himmel, und ich schob meinen Einkaufswagen weiter den Gang entlang, des Supermarktes. Alt geworden, mit grauen Haaren, mich abstützend auf den Einkaufswagen, legte ich eine Dose Mais in den Einkaufswagen. Fuhr damit an die Kasse, und plötzlich – lachte ich auf. Meine Gedanken spielten einen kurzen Moment Ping Pong mit mir. Aber nein, selbstverständlich bezahlte ich die Dose Mais. Ging hinaus aus dem Supermarkt, die Straße entlang.


Angekommen in meiner kleinen 1 ½ Zimmerwohnung, hinein in die Küche.


In einem Topf kochte ich mir den Mais aus der Dose warm, und ich lächelte glücklich.


Kindheit, wie warst du schön.


Und in meinem Mittagsschlaf, in den Träumen, tanzte ich wieder auf dem Regenbogen.